(Geschlossene) Fonds für Altersvorsorge ungeeignet

Eine Untersuchung der Zeitschrift „Finanztest“ über Kapitalanlagen in geschlossene Fonds, auf die in ihrer heutigen Ausgabe u.a. die Augsburger Allgemeine hinweist und über die auch der Sender „n-tv“ in seinem Internetangebot berichtet, lässt aufhorchen.

Die Tester haber recherchiert, dass von den untersuchten 1140 geschlossenen Fonds, die seit 1972 aufgelegt wurden im Schnitt nur sechs Prozent die Gewinnprognose erfüllt haben. Die übrigen 94 % versprachen den Anlegern laut Prospekt zwar Gewinne in Höhe von insgesamt 15,4 Milliarden Euro, „verbrannten“ aber tatsächlich 4,3 Milliarden Euro.

Die Untersuchung deckt sich mit unseren Erfahrungen aus der Anlageberatung: Die Anleger investieren in der Hoffnung auf prospektierte Gewinne und „garantierte“ Zinszahlungen oder auch Steuervorteile. Im Vergleich mit den Zinserwartungen auf dem Kapitalmarkt oder der Volatilität des Aktienmarktes ziehen die Anleger das scheinbar „sichere“ Investment in einen Fonds vor, denn hier erhalten sie (vorgeblich) für ihr Geld einen „Gegenwert“.

Geschlossene Fonds errichten Windparks oder kaufen und vermieten Immobilien, kaufen und verchartern Schiffe oder Container. Dabei wird häufig übersehen (oder vom Anlageberater als Risiko „kleingeredet“), dass es sich bei allen diesen Beteiligungen um „unternehmerische Beteiligungen“ handelt, bei denen der Anleger am wirtschaftlichen Erfolg und Mißerfolg seiner Anlagegesellschaft mit dem gezeichneten Kapital unmittelbar teilnimmt.

„TOTALVERLUSTRISIKO“ ist die magische Vokabel, auf die Sie in den Risikobeschreibungen der jeweiligen Fondsprospekte achten müssen. Ist dieses Risiko beschrieben oder auch nur angedeutet, dann ist dieser Fonds definitiv für eine Altersvorsorge ungeeignet und der Chance auf Rendite steht ein erhebliches Verlustrisiko gegenüber.

In einem Fondsprospekt eines österreichischen Investmentfonds haben wir die eindrückliche Formulierung gefunden, dass für den Anleger ein „nicht bestimmbares Verlustrisiko“ besteht. Wer diesen Fonds dennoch zeichnet, darf sich nicht wundern, wenn sein Geld hinterher futsch ist.

„Finanztest“ hat recherchiert:

Im Schnitt erlitten Anleger bei 57 Prozent der Immobilienfonds, bei 62 Prozent der Umweltfonds, bei 81 Prozent der Schiffsbeteiligungen und bei 96 Prozent der Medienfonds einen vollständigen oder zumindest teilweisen Verlust ihres angelegten Kapitals, ergab die Untersuchung von „Finanztest“. Ausgewertet wurden demnach Fonds mit einem Eigenkapitalvolumen von rund 37 Milliarden Euro.

Wenn auch Sie Fragen haben vor einer geplanten Investition oder sich über eine unvollständige oder fehlerhafte Anlageberatung ärgern – sprechen Sie mit uns, wir beraten Sie gerne!